Dienstag, 10. März 2009

Janice gibt auch mal wieder einen Kommentar ab!

Ein ganz kleinlautes Entschuldigung an die fleissigen Blogleser! Hab mir ja jetzt mehr als einen Monat Zeit gelassen, um euch mit News aus Zambia zu versorgen…Schande ueber mein Haupt! Zwischenzeitlich ist einiges passiert und ehrlich gesagt, weiss ich gar nicht wo ich anfangen soll. Mir ist jetzt schon klar, dass ich ganz viel vergessen werde, hier reinzuschreiben, daher werde ich mich nur auf die Dinge konzentrieren, die unmittelbar passiert sind oder gerade passieren. Bevor ich loslegen kann, ueber die ganzen Aktivitaeten zu berichten, die gerade laufen (und das sind echt einige, arbeite taeglich bis zu 10 Stunden und hab schon seit 3 Wochen kein Wochenende mehr gehabt!), muss ich mich leider ueber etwas ganz anderes erleichtern…Letzten Samstag sind alle Mitglieder von Youth Alive zu den Mutanda Wasserfaellen gefahren, da wir dort ein schoenes Picknick haben wollten, als eine Art Belohnung fuer die ganzen Workshops und Aktivitaeten, die in den letzten Wochen galufen sind. Da hier ja immer noch Regenzeit ist und die Wasserfaelle gerade zu uebersprudeln vor Wasser, war es uns nicht erlaubt zu schwimmen. Aber eine Gruppe von Jungs hat sich dann doch ueberlegt, dass es eine sehr gute Idee ist, ins Wasser zu gehen und zu schwimmen. Es sah alles auch recht entspannt aus, aber dann ist uns von draussen aufgefallen, dass ein Junge echt zu kaempfen hatte, ueber Wasser zu bleiben. Irgendein Sog hat ihn immer wieder nach unten gezogen. Wir haben schnell den anderen bescheid gesagt, dass sie ihm helfen sollten, was sie auch nach Leibeskraeften versucht haben. Doch auch fuer sie war es ein Kampf ueber Wasser zu bleiben, so dass sie ihn zwischenzeitlich loslassen mussten…tja, und das war dann das letzte Mal, dass wir ihn gesehen haben! Er ist untergetaucht und nicht mehr aufgetaucht…Es war schrecklich, das live mit ansehen zu muessen und nicht helfen zu koennen. Ich stand nur ein paar Meter entfernt, war aber machtlos…genauso wie alle anderen. So elend wie dort hab ich mich wohl noch nie gefuehlt, einfach mit ansehen zu muessen, wie ein Junge ertrinkt! Bis heute haben sie seinen Koerper nicht gefunden und generell ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering ihn zu bergen. Was wiederum natuerlich der sehnlichste Wunsch der Eltern ist. Dieser Unfall wird wahrscheinlich fuer naechste Zeit immer mit Youth Alive in Verbindung gebracht, so dass sich schon einige Schulen und Organisationen von uns abgewandt haben. Eigentlich waren ja diese Woche ganz viele Aktivitaeten geplant, wie das Youth Concert, Volleyballturnier, Video Schows, Debate Competition, und und und…letztendlich haben wir alles abgesagt, ausser die Radioshow. Die anderen Veranstaltungen werden wir nachholen, aber bei der Radioshow waere der organisatorische Aufwand zu gross gewesen, alles abzublasen. Und die Arbeit und Muehe, die ich bisher schon reingesteckt habe, haette das dann nicht gerechtfertigt. Es ist wirklich enorm viel Arbeit und anfangs habe ich das echt unterschaetzt. Dachte nach dem Workshop, der so zusagen der theoretische Teil war, haben wir fuer eine Woche die Radioshow, die eine Art Selbstlaeufer wird. Dem ist natuerlich nicht so! Man muss jedem Einzelnen von den 17 Teilnehmern circa 10 mal erklaeren, wie das Programm ablaeuft, um dann festzustellen, dass man komplett missverstanden wurde…ist echt zermuerbend! Aber ich glaube, diesbezueglich kann man die Ursache im Schulsystem suchen. Die Schueler hier lernen ueberhaupt nicht selbststaendig zu arbeiten oder selber aktiv zu warden. Ihnen wird alles vom Lehrer vorgebetet, Projektarbeiten oder selbstausgearbeitete Vortraege von den Schuelern sind im Lehrplan nicht vorgesehen. Nur typischer Frontalunterricht ohne Involvement der Lehrnenden. Ich versuche sie die ganze Zeit zu ermutigen selbststaendig zu arbeiten, aber da fehlt das Selbstvertrauen und Durchhaltevermoegen. Ueber diesen Punkt koennte ich mich stundenlang auslassen, aber das lass ich hier mal lieber…
Was mich aber ein wenig entschaedigt, sind die Reaktionen der Teilnehmer. Sie sind wirklich sehr dankbar und auch interessiert, denn dies ist der erste Workshop dieser Art. Und ich bin mir auch sehr sicher, dass jeder von den Beteiligten irgendetwas mit daraus fuer sich selber mitnimmt…selbst ich tue dass, lass allerdings auch viel dort =)
Am 12.Maerz ist es ja dann endlich so weit - Youth Day! Nehme immer mal an den planning meetings teil, aber muss schon sagen, dass das eher Zeitverschwendung ist…die treffen sich rund 3 Stunden, um Dinge zu diskutieren, die wir in 20 Minuten durchgearbeitet haetten…Zeit spielt hier halt immer noch ne andere Rolle. Aber eine interessante Sache habe ich erfahren, am Youth Day ist es keinem unter 18 erlaubt, dran teilzunehmen…klingt fuer mich irgendwie nach einem Youth Day ohne Jugendliche. In Zambia gelten nur Menschen zwischen 18 und 35 Jahren als jugendlich. Es wurde letzten auch von offizieller Seite diskutiert, ob denn nicht das “jugendlichen Alter” auf 40 Jahre hochgesetzt werden sollte. In einem Land, in dem die Lebenserwartung bei 38 Jahren liegt, wuerde das bedeuten, dass kaum jemand erwachsen wird.
So, dass waere es ersteinmal fuers erste, ich versuche nun, wieder regelmaessiger zu schreiben, um alle Eindruecke virtuell an euch weiterzugeben.

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