Nur noch 5 mal schlafen und dann kann ich endlich Dixer in Zambia willkommen heissen! Eigentlich sind ja 7 Monate eine ganz schoen lange Zeit, aber fuer mich sind sie wie im Fluge vergangen und ich glaube auch Dixer hatte gut Ablenkung, dass uns das beide nicht so ewig lang vorgekommen ist. Er wird Dienstag seine Reise gen Sueden starten und Mittwoch dann in Lusaka ankommen. Ich werde ebenfalls Dienstag nach Lusaka fahren, dort noch ein paar Sachen erledigen und ihn dann Mittwoch am Flughafen abholen. Zusammen mit Kristin, eine weitere ww-Freiwillige werden wir am darauffolgenden Tag nach Livingstone zu den Victoriafalls fahren und generell die Southern Province unsicher machen. Bis zum 1.Mai muessen wir unbedingt Solwezi erreicht haben, denn dann ist ja internationaler Labour Day und das wird hier ganz gross gefeiert. Ich kenne zwar jetzt schon den ganzen Ablauf (ist ja fuer jede groessere Veranstaltung immer das gleiche), aber Dixer muss das auch mal miterlebt haben. Wir werden uns dann ein paar gute Tage in Solwezi und Umgebung machen und dann muessen wir auch schon wieder nach Lusaka, denn am 7.Mai gehts fuer Dixer wieder nach good old Germany.
Hier ist derweil nicht allzu viel Spannendes passiert. Ich bin nur froh, dass ich Solwezi mal fuer eine kurze Zeit den Ruecken zukehren kann und andere Teile des Landes kennenlerne. Zum einen habe ich Urlaub dringend noetig, bin doch ein wenig ausgelaugt und zum anderen muss ich mal wieder unter fremde Menschen kommen oder zumindest unter Leute, die nicht meinen, alles ueber mich zu wissen und mich bestens zu kennen. Denn das ist hier in Solwezi leider der Fall. Es wird immer schlimmer mit den ganzen Geruechten um meine Person…und diesbezueglich sind die hier echt kreativ! Ich habe das Gefuehl, dass ich Stadtgespraech Nummer 1 bin und jeder eine persoenliche Story dazu beitragen kann. Bisher habe ich nie etwas dazu gesagt und mich immer ruhig verhalten, den einige Sachen waren einfach nur lustig oder so an den Haaren herbeigezogen, dass es einfach nicht Wert war, das zu kommentieren. Aber nun tun sich hier Sachen auf, die echt zu weit gehen…ich will nicht drauf eingehen, was genau, aber auf jeden Fall will ich die Verantwortlichen zur Rede stellen. Auf diese Art und Weise entdecke ich immer ein wenig mehr die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und Zambia und bekomme so auch immer wieder ganz klar mitgeteilt, dass ich nicht einer von denen bin, sondern immer eine Sonderbehandlung zugeteilt bekomme. Mir wurde zwar versichert, dass das mehr oder weniger ein Solwezi-typisches Problem ist und in anderen (zum Teil auch wesentlich kleineren) Staedten wird nicht so viel getratscht, aber ich denke, eine Sonderrolle nehme ich hier ueberall ein. Allerdings liegt es auch an meinem eigenen Verhalten. Eigentlich alle Leute, mit denen ich zu tun habe, sagen, dass ich einfach zu freundlich zu den Leuten bin (das soll mir mal einer in Deutschland sagen…). Viele sind es nicht gewohnt, dass ich alle moeglichst gleich behandle, keine Sonderansprueche stelle und mich auf die gleiche Ebene wie sie stelle. Denn es scheint immer noch sehr verbreitet zu sein, dass die Muzungus als etwas Besseres angesehen werden und ein dementsprechendes Verhalten von ihnen erwartet wird. Traurig aber wahr! Und es wird sicherlich auch noch Generationen dauern, dieses Bild aus den Koepfen herauszubekommen. Auch eine wichtige Rolle spielt die Bildung. Solwezi ist in Zambia nicht dafuer bekannt die besten Bildungsinstitutionen zu besitzen oder die kluegsten Fachkraefte ins Land zu entsenden…diese Stadt ist gerade erst im Aufbruch und die meisten Leute, die hier herkommen sind Minenarbeiter, sprich hauefig Arbeiter ohne irgendwelche schulischen Qualifikationen. Neben schulischen mangelt es dann leider haeufig auch an sozialen Kompetenzen. Es sind meist nur Kleinigkeiten, aber wenn sie so gehaueft und mit einer absoluten Penetranz auftreten, dann nervt es irgendwann einfach nur. Beispielsweise werde ich hier angestarrt…nicht wie in Deutschland, wo man einen Sonderling kurz mal verstohlen mustert und dann schnell wieder wegsieht, hier wird man minutenlang von allen Seiten angeglotzt, es wird lautstark ueber einen geredet und zwischendurch wird man immer wieder drauf aufmerksam gemacht, dass man ein Muzungu ist. Danke, aber das weiss ich selber! Naja, ich koennte mich ueber solche Sachen echt manchmal tierisch aufregen, bleibe aber moeglichst ruhig und gelassen und schiebe alles auf die kulturellen Unterschiede…einfachste Art damit umzugehen, auch wenn ich nicht so recht davon ueberzeugt bin.
Dieser Blogeintrag war dann wohl eher einer von der negative Seite, aber das muss auch mal gesagt werden…ist nicht alles nur eitel Sonnenschein =) Trotzdem nagt immer noch nicht das Heimweh, dafuer geniesse ich hier meine Zeit zu sehr…und Proebleme wie diese sind keine Probleme, sodern werden hier immer als Herrausforderungen bezeichnet, die ich zu meistern habe…und das werde ich natuerlich auch tun!
In diesem Sinne beste Gruesse aus dem Katongoland!
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hallo liebe katongo,
AntwortenLöschenalso wir haben am So den Dixer verabschiedet. Er müsste also gut bei dir ankommen. In diesem Sinne wünsch ich euch en schöne Zeit und viel Spass.
nun mittlerweile auch sonnige Grüße aus L.e.
Bian..!
Mensch Janice, Du falsche Freundin! Nur weil Dixer jetze bei Dir ist, kannste uns doch nicht so darben lassen. Wir lechzen nach coolen Storys, Fotos, Informationen- sprich nach aktuellen News! Lass uns nicht allein in ... ! Deine gestrenge Mutter
AntwortenLöschen"Liebling meine Brille ist weg."
"Nimm die Luftpumpe!"
Haaaa!