Samstag, 20. März 2010

So, nun auch ein erstes Lebenszeichen von der Südhalbkugel! Wie ich bereits angekündigt habe, bin ich seit Dienstag in Tanzania und lasse mich braten wie ein Hühnchen auf dem Grill...ungelogen, man schwitzt wo man steht und geht...die Brühe läuft einfach nur so. Als ich noch in Deutschland war und regelmäßig online das Wetter in Tanzania gecheckt habe, war mir gar nicht mehr bewusst, wie heiß 35 Grad wirklich sind. Nachdem man irgendwie gut 3 Monate im Dauerfrost verbracht hatte, war jede Zahl über 0 einfach nur toll! Nun würde ich euch liebend gern 10 Grad hoch nach Deutschland schicken.
Der Flug und die Ankunft verliefen sehr unkompliziert, ich bin ja von Berlin aus gestartet, hatte einen kurzen Zwischenstopp in London, wo ich mich mit Lisa gtroffen habe, die aus Frankfurt kam und bin dann sicher, aber müde in Dar es Salaam früh morgens um 6 Uhr gelandet. Seit Mittwoch waren wir auf der kleinen Halbinsel Kigamboni, ein Stadtteil von Dar es Salaam, und haben Strandfeeling pur genossen. Wir haben in einem kleinen Banda direkt am Strand gewohnt...sprich früh morgens konnte man direkt in den Bikini schlüpfen und sich in die Fluten werfen. Die erwartete Erfrischung blieb allerdings aus, denn es war bereits morgens schon so warm, dass es sich angefühlt hat, als ob man im Schwimmbad im Babybecken planschen geht, in welches jeder Knirps unter 5 reinpinkelt. Außerdem war Vorsicht angesagt, denn einmal bin ich ganz locker ins Wasser marschiert, ohne zu schauen, was sich unter mir abspielt, bis ich bei günstiger Sonneneinstrahlung bemerkt habe, dass ich gerade in einem Meer aus Seeigeln stehe und es nur reiner Zufall war, dass ich in keinen reingelatscht bin...da machte sich dezent Panik breit. Nur Dank Lisas Anweisungen vom Strand aus, bin ich wieder stachelfrei rausgekommen... Neben Seeigeln hat uns eine Ratte das Leben schwer gemacht, die es sich nicht nehmen lassen konnte, bei uns ein und auszugehen (wie übrigens auch Diebe, die mehrmals Geld aus unserem Banda gestohlen hatten) und diverse Spuren zu hinterlassen: Angeknabberte Birnen und Bananen, Rattenkot im Bett, Flohbisse auf meinem Rücken! Und natürlich hat auch wieder der obligatorische Frosch im Bad gewohnt...Erinnerungen an Zambia wurden wach. Wir hingen dann meist den ganzen Tag am Strand und ich habe mir wohl den schlimmsten Sonnenbrand meines Lebens geholt...alles brennt und ist rot. Tja, die Nähe zum Äquator sollte nicht unterschätzt werden. Gestern haben wir dann auch noch 3 Afrikanistikstudenten aus Leipzig getroffen, mit denen wir vielleicht morgen was unternehmen werden...die Welt ist nen Dorf!
Ich habe meinen Plan ein wenig umgestellt und werde mich nun schon am Sonntag auf den Weg nach Zambia machen, dafür muss ich morgen noch das Ticket für meine rund 30-stündige Busfahrt kaufen...damit breche ich dann auch meinen längsten Busfahrtrekort von 16 Stunden. Mein Hintern wird sich bedanken!
So, nun auch noch ein paar Worte zu dem kurzfristigen Spendenaufruf, den ich letzte Woche gestartet habe...aber ehrlich gesagt: Ohne Worte! Es ist einfach unglaublich, wie spontan und unkompliziert ihr dem Aufruf gefolgt seid, denn nur eine Woche später, sind bereits 1426 Euro auf dem Konto eingegangen. Das ist wirklich wahnsinn und ich bin euch extrem dankbar dafür, denn damit kann ich für Mercy schon mal den gesamten nächsten term (450Euro) bezahlen. Oliver hat mir vor ein paar Tage erzählt, dass er dieses Jahr wohl doch noch nicht anfängt mit Studieren, da er das Geld nicht zusammen hat. Tja, so läuft das hier nun mal...Erstens: alles kommt anders! Und Zweitens: als man denkt! Ich habe ihm gegenüber ein paar Andeutungen hinsichtlich der Spendenaktion gemacht und werde mich mit ihm noch mal treffen und die genaue Sachlage diskutieren um dann zu schauen, ob es Sinn macht, ihm das erste Jahr komplett zu finanzieren, auch wenn er dann wahrscheinlich im 2. Jahr wieder genau vor dem selben Problem stehen wird, oder ob er dieses Jahr nutzen soll, um genügend Geld für sein Studium zu sparen und ich ihm gegebenfalls nächstes Jahr unter die Arme greife...Falls das der Fall sein wird, dann kommt das gesamte Geld Mercy zugute, die damit schon mal 3 terms sicher hätte. Diese Möglichkeit wäre natürlich nachhaltiger, da längerfristiger. Naja, momentan sind noch sehr viele Konjunktive, „Wenns“ und „Abers“ dabei, aber sobald ich in Zambia bin, weiss ich genaueres und lass es euch wissen! Dennoch, trotzdem schon mal vielen lieben Dank an all die fleißigen Spender!!!
So, ich mach jetzt Schluss, denn ich werde nun noch das tanzanische Nachtleben unsicher machen...
Krebsrote Grüße aus dem sonnigen Tanzania
P.S.: Den Eintrag habe ich gestern geschrieben und nun leide ich an sich schaelender Haut und an einem ausgepraegtem Kater!!! Also, die Nacht war lustig...=)

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