Donnerstag, 23. Oktober 2008

Goodbye Lusaka!

So, morgen früh um 6 Uhr endet mein Lusakaaufenthalt, wenn denn alles gut geht mit dem Bus....kann ja auch gut sein, dass ich noch 14 Uhr im Bus in Lusaka rumsitze. Jedenfalls ist mein Plan zusammen mit Nasilele (einem Mädel, das ebenfalls aus Solwezi kommt) früh um 6 Uhr den Bus Richtung Norden zu bekommen und dann vielleicht schon nach 9 Stunden in Solwezi anzukommen. Die Praxis sieht dann mit Sicherheit anders aus.
Die letzten 3 Tage hatte ich ja meinen "HIV/Aids und Gender-Workshop" im Protea, einem wirklich sehr noblem Hotel. Wenn ich gewollt hätte, hätte ich dort auch schlafen können, aber da ja auch noch 4 andere Volunteers grad hier mit in Lusaka waren, wollte ich lieber meine spärliche Freizeit mit ihnen verbringen, statt im Luxus zu schwelgen =) Aber zumindest hatte ich jeden Mittag die Gelegenheit allerlei Köstlichkeiten zu essen...hab auch ordentlich reingehauen, da gabs einfach alles was man wollte! So macht Entwicklungsarbeit richtig Spass =)
Der Workshop an sich war sehr interessant und hat viele nützliche Informationen für mich hervorgebracht. Insgesamt hab ich mich bei dem Workshop ersteinmal zurückgehalten, was zum einen noch an der sprachlichen Barriere lag, aber vor allem auch daran, dass ich ja bisher noch keine wirkliche Erfahrung in diesem Arbeitsbereich habe. Das ändert sich aber Schritt für Schritt...ich lerne jeden Tag dazu! An dem Workshop haben insgesamt 12 Leute teilgenommen, organisiert wurde er von Brot für die Welt, die somit ein wenig näher mit ihren Partnerorganisationen in Sambia zusammenarbeiten wollen und ihnen auch neue Informationen und Methoden zukommen lassen wollten. Wir haben u.a. viele interaktive Gruppenarbeiten gemacht, Vorträge von Ärzten gehört und, was ich mit am bewegensten fand, auch einen Vortrag oder eher ein Erfahrungsbericht von einer Frau, die seit 1992 HIV positiv ist und mittlerweile auch Aids hat... die Art und Weise wie sie über ihre Krankheit und ihr Leben damit gesprochen hat, war echt beeindruckend!
Was ich erstaunlich, aber gut fand, war, dass trotz dessen, dass es alles kirchliche oder zumindest christlich motivierte Organisationen waren, wir offen über die Verwendung von Kondomen gesprochen haben, und das dies auch bei den meisten im Programm mit drin ist, da es halt schon ein effektiver Schutz gegen eine Infektion sein kann.
Naja, ich will hier jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, aber ich denke die lange Reise hier runter nach Lusaka hat sich für den Workshop schon gelohnt. Außerdem konnte ich mir dann auch mal wieder eine Aufenthaltsverlängerung holen, da meine Arbeitserlaubnis immer noch nicht fertig ist (dauert halt nen bissel länger, wenn man in unterbezahlten und korrupten Behörden kein Schmiergeld zahlen will)...Aber das bedeutet, dass ich im kommenden Monat wieder nach Lusaka muss, um dann hoffentlich endlich meine Arbeitserlaubnis abholen zu können.
Morgen ist independent day, nebenan in der Kirche wird schon seit Stunden gesungen, gebetet und musiziert...keine Ahnung, ob das nur ne Probe ist, oder ob die das jetzt bis morgen durchziehen...zuzutrauen wäre es der Kirche auf jeden Fall. Lusaka wird auch schon seit einigen Tagen dafür geschmückt und vorbereitet, dass heisst überall hängen sambische Flaggen und Tücher in den Farben und die Armee ist allgegenwärtig. Ich persönlich fühle mich sehr unwohl, wenn neben mir schwerbewaffnete Soldaten stehen, aber irgendwie gehört das wohl zum Stadtbild dazu. Vor allem bis nächster Woche, wenn dann am 30.10. die Wahlen sind, wird sich das mit Sicherheit noch verschärfen. Ich glaube mittlerweile sind auch in Solwezi einige Soldaten stationiert, aber selbst wenn die nicht da sind, rennen genügend bewaffnete Sicherheitsmenschen dort rum...an den Anblick muss ich mich erst noch gewöhnen. Tja, wie das dann am Wahltag und den Tagen danach ablaufen wird, davon hab ich überhaupt keine Vorstellung. Denn einerseits wird gesagt, dass die Situation ruhig ist und das niemand mit Ausschreitungen rechnet, aber andererseits kann man schon regelmäßig in der Zeitung lesen, dass es schon zu Zusammenstössen zwischen den Anhängern der beiden großen Parteien gekommen ist. Aber das ist dann eher in Provinzen, in denen keiner der beiden Präsidentschaftskandidaten schon im Vorfeld bei den Umfragen eine Mehrheit erlangen konnte. In meiner Provinz (North-Western) scheint die Stimmung eindeutig für den Oppositionsführer Micheal Sata zu sein...aber letztendlich hängt es wohl vom Wahlergebnis ab, ob hier alles ruhig bleibt oder nicht. Denn wenn der aktuelle Präsident Rupiah Banda gewinnt, der sich schon seit geraumer Zeit mit Korruptionsvorwürfen auseinander setzen muss, wird mit Sicherheit von Wahlfälschung gesprochen. Naja, das sind grad alles nur Mutmaßungen von mir, mehr kann ich dann in einer Woche berichten. Aber solche Auseinandersetzungen wie in Kenia Anfang diesen Jahres kann ich auf jeden Fall ausschließen, dafür sind die Leute hier zu friedlich =)
Soviel zur politischen Lage in Zambia!
Bin jetzt müde und muss in 4 Stunden schon wieder aufstehen, daher sag ich Gute Nacht und der nächste Eintrag kommt dann wieder aus Solwezi!
Und ausserdem moechte ich ueber diesem Weg noch Opa alles Gute zum Geburtstag wuenschen...Feier nicht zu wild! =)

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