Montag, 11. Mai 2009

Zambiaurlaub zum Nulltarif!

Wer gerne mal den afrikanischen Kontinent bereisen moechte, aber nicht unbedingt ueber das noetige Kleingeld verfuegt, sollte folgende Schritte befolgen! Dixer hat sich diesem Experiment unterzogen und ich denke fuer wuerdig befunden, es als alternative Reiseempfehlung weiterzugeben. Allerdings sollte man Zeit, Geduld und wohl auch ein wenig Glueck mitbringen...
1. Flug im Internet buchen und einen kleinen Rechtschreibfehler im Namen einbauen, so das man von der Fluggesellschaft aufgefordert wird, die Buchung nochmal durchzufuehren. Das hat zur Folge, dass das Konto heillos ueberzogen ist, die eigene Bank des Vertrauens dann doch ein wenig nervoes wird und das Geld eigenstaendig zurueck holt. In der Zwischenzeit hat aber auch die Fluggesellschaft wieder eine Rueckbuchung veranlasst. Sprich, das ganze Geld ist wieder da wo es hingehoert: Auf dem eigenen Konto! Natuerlich sollte man gelegentlich dezent anfragen, ob das auch alles so richtig ist, aber nur um sich die Bestaetigung einzuholen, dass alles nach Plan laeuft....Dann heisst es abwarten...bis der Urlaub beginnt.
2. Nach einem entspannten Flug ueber Johannesburg nach Lusaka, wird man von seiner tollen Freundin abgeholt und geniesst 2 Wochen Zambai pur...aufs Geld wird natuerlich nicht geachtet!
3. Jetzt kommt der Teil, bei dem ein gutes Nervenkostuem von Vorteil ist. Geplanter Rueckflug startet ebenfalls wieder in Lusaka ueber Johannesburg nach Frankkfurt. Bis kurz vor Johannesburg laeuft alles ganz normal ab, doch dann muss man hoffen, dass grad mal wieder ein Unwetter sein Unwesen ueber Suedafrika treibt...eine normale Landung auf dem international Airport ist nicht moeglich und aus Mangel an Kerosin, muss eine Notlandung auf einem anderen Airport in Erwaegung gezogen. Dies wiederum verursacht eine nicht unerhebliche Verspaetung was zur Folge hat, dass man seinen Anschlussflug nach Deutschland verpasst und eine Nacht in einem gesponserten Hotel verbringt. Der versprochene Flug am naechsten Tag ist zu allem Uebrfluss schon ausgebucht...also noch eine Nacht in Johannesburg! Dass ist dann auch langsam der Fluggesellschaft unangenehm und wie es der Zufall will, bekommt man eine Entschaedigungszahlung, die genau die Kosten des 2-woechigen Zambiaaufenthalts deckt!
Das ist zwar teilweise mit einiger Rennerei, Adrenalinstoessen und nicht unerheblichem Zeitverlust verbunden, aber wenn man sich darauf schon vorher einstellt, ist es das wohl Wert. Ausserdem kann man beim Anschreien der Flughafenmitarbeiter vorzueglich seine Englischkenntnisse erweitern....

Nunja, soviel zum Hin- und Rueckflug...nun kommt ein wenig zum eigentlichen Urlaub!
Nachdem ich Dixer am Flughafen abgeholt habe, trafen wir uns noch mit ein paar anderen Weltwaertslern und haben den Vegetarier erst mal zu nem Hintethod geschleppt, wo es Bier und Ziege gab...und nichts anders...dafuer aber auch alles von der Ziege...gekocht, gegrillt, zermanscht, als Suppe...hat Dixer aber nicht ganz ueberzeugen koennen das vielfaeltige Angebot nur aus einem Tier =)
Nach einer Nacht in Lusaka sind Dixer, Kristin (Weltwaertsler) und ich frueh moegens nach Livingstone aufgebrochen, um dort ein paar echt wunderschoene Tage zu verbringen... Wir haben natuerlich das volle Touriprogramm durchgenommen: Viktoriafaelle, Bootstour, Safari...Nebenbei haben wir auch noch ein paar andere Deutsche getroffen, die wiederum andere aus Zambia kennen, die wir kennen...tja, die Welt ist nen Dorf!
Kristin hat sich schon einen Tag vor uns von Livingstone verabschieded und ist wieder zurueck in den Osten des Landes gefahren. Dixer und ich hingegen blieben in der Suedprovinz und haben Sandra und Hannes in ihrem Einsatzplatz oder besser gesagt Plaetzen besucht. War zwar sehr kurz, trotzdem sehr schoen und Dixer konnte endlich mal die nicht touristisch erschlossene Seite des Landes kennenlernen...Der Aufenthalt dort war zu idyllisch, so das wenigstens die Rueckfahert ein wenig aufgepeppt werden musste...denn ich beschwere mich ja immder ueber des Strassen- und Transportsystem in Zambia und das musste ich ja dann auch irgendwie beweisen...Naja, nicht ich, sondern eben das System... Da von Maamba nach Choma kaum oeffentliche Verkehrsmittel unterwegs sind, muss man sich darauf einstellen, auf einem Transporter hinten mit zu fahren, an sich kein Problem...Die Fahrt sollte auch nicht mehr als 3 Stunden in Anspruch nehmen und von Choma nach Lusaka hatten wir dann noch mal 3-4 Stunden Fahrtzeit eingeplant...kam natuerlich ein wenig anders. Die Ladeflaeche des Transporters entsprach ungefaehr der Groesse eines Minibusses, dort wurden neben Menschen unzaehlige Getraenkekaesten, Koffer, Mealimeal-Saecke, Reifen, Koerbe und ein undefinierbares Ding, was hoellisch nach Fisch gestunken hat, aufgeladen. Zu Hoechstzeiten waren wir sage und schreibe 34 Leute auf dem Ding. Die Gegend war recht huegelig und der Transporter hatte bestimmt auch schon bessere Tage gesehen, somit musste nach jedem Anstieg angehalten und der Motor ersteinmal mit Wasser gekuehlt werden. Die staendigen Auf- und Abstiege haben auch zu klitzekleinen Zeitverzoegerungen gefuehrt und natuerlich rund 15 Kilometer vor Choma ging dem Gefaehrt der Sprit aus...Prima! Der Schmerz in meinen Beinen war zu diesem Zeitpunkt zwar schon einer wohligen Taubheit gewichen, doch trotzdem ging mir dieses Getuckel ganz schoen auf den Geist...nicht nur mir...auch die anderen Mitfahrer fingen nach 6 Stunden an sich langsam zu beschweren...Naja, Fahrer raus, ab in den naechsten Minibus nach Choma, an die Tanke, 2 Liter Sprit geholt und wieder zurueck. Erstaunlicherweise geschah das alles in weniger als einer Stunde. In Choma angekommen, mussten wir dann noch mal 2 Stunden auf den Bus nach Lusaka warten und waren dann noch mal gut 5 Stunden unterwegs...Nach diesen 12 Stunden Abenteuer haben wir und natuerlich schon tierisch auf die Tour von Lusaka nach Solwezi am naechsten Tag gefreut. Hat ebenfalls 12 Stunden gedauert und wir kamen 2 Uhr nachts an. Die folgenden Tage standen ganz im Sinne der Entspannung und Erholung, ein paar Pflichtbesuche bei verschiedensten Leute konnten wir zwar nicht umgehen, aber die meiste Zeit waren wir dann fuer uns...Mir hat der Besuch von Dixer sehr gut gefallen und ich denke, auch er hat die Zeit genossen. Aus Angst vor der schier unendlichen Busfahrt haben wir uns dann auch entschlossen, dass Dixer von Solwezi nach Lusaka fliegt und ich ihn somit nicht begleiten konnte. Erstaunlicherweise fiel uns diesmal der Abschied sehr einfach, war mehr so: 'Naja, wir sehen uns ja dann bald schon wieder, ne!'. Die letzten 4 Monate zaehlen nicht mehr so richtig =)
Nach seinen Flughafenabenteuer ist der Herr dann endlich Sonntagmittag heil in LE angekommen...und heute muss der arme Kerl schon wieder arbeiten!
Ein paar Bilder werde ich auch mal online stellen!
Soviel aus dem fast schon winterlichen Zambia!

1 Kommentar:

  1. Hi Density,
    schön, dass Du's geschafft hast, Dich mal wieder der Allgemeinheit zu widmen.
    Seit heute ist hier voll das fiese Wetter. Wen wundert's- ISWI-time now!
    Heute ist Straßenfest incl. Kinderparty und morgen soll das Open Air steigen mit Kafkas(Punk ohne Nieten und Lederjacke), Rafiki (SKA), Rentokill( ähnlich NOFX) halt Bands,die das Thema Menschenrechte mit ihrem Repertoire ansprechen. Ich halt Dich auf den laufenden.
    bis denne Jacky

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