Meine erste Lusaka-Etappe nährt sich langsam dem Ende...denn spätestens am Donnerstag heisst es für mich: Copperbelt, genauer gesagt ein paar Tage Ndola und dann rund 5 Wochen Kitwe... Ich bin echt mal gespannt, wie die Informationssuche dort verlaufen wird. Denn hier in Lusaka lief es relativ gut. Vor allem die NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen) waren sehr hilfsbereit und auch an dem Thema selber sehr interessiert. Aber meistens fehlen die Kapazitäten für die Organisationen selber solche Untersuchungen zu machen, daher sind natürlich Forschungskandidaten wie ich immer herzlich willkommen. Die Regierungseinrichtungen sind ein wenig schwieriger und verschlossener, aber ich hoffe, morgen meinen Durchbruch zu haben...da stehen wichtige Termine an...Mal schauen! Ich vermiss aber meine Zeit hier in Lusaka jetzt schon, denn ich hatte das Glück in eine wunderschön zusammengewürfelten WG zu landen...3 Deutsche (Christoph, Kristin und ich), ein Schweizer (Thomas) und unsere Quotenzambierin (Sheillar). Jeder von uns hat sein Zimmer mit eigenem Bad und Toilette...Wohnzimmer und Küche wird natürlich geteilt. Letzten Samstag haben wir es auch endlich geschafft unsere Einweihungs- bzw. für mich ja schon wieder Auszugsparty zu veranstalten...ein extrem lustiges Unterfangen! Ich glaube wir sind langsam als Party-WG bekannt und auf jeder anderen Veranstaltung gern gesehene Gäste...so wie es sein muss! Anfangs waren fast nur Deutsche aus der EZ (Entwicklungszusammenarbeit - an die ganzen Abkürzungen könnt ihr euch ruhig schon mal gewöhnen, ohne die läuft hier gar nichts!) auf der Feier anwesend, aber dann hat es sich gut durchmischt mit den Zambiern...und zum Schluss wurde gemeinsam zu Gipsymucke Polka getanzt! Am nächsten morgen sahen wir dann auch alle entsprechend zermatscht aus und haben uns gedacht zur Feier des Tages gehen wir rüber zum äthiopischen Restaurant und lassen uns ein mondänes Frühstück servieren. Trotz mehrmaliger Beteuerung, dass es auch Frühstück in Äthiopien gibt, konnten wir nichts dergleichen auf der Karte finden und haben uns dann wahlweise mit Pork Chops (beharrte Schweineschwarte mit einem kleinen Rand Fleisch), Pommes, ultrascharfem Hühnchen und Injera (Schaumstofflappen mit säuerlichem Geschmack) zufrieden gegeben...ein besseres Katerfrühstück kann es wohl nicht geben!
Das ich dem Internet wieder wochenlang ferngeblieben bin, schreibe ich nun aus Kitwe...sprich ich habe es geschafft, mich dem schönen Lusakaleben zu entziehen und gen Norden zu reisen. Es ist gerade angenehm geworden, denn langsam habe ich auch die schönen und nicht nur die stressigen Seiten der Stadt kennen gelernt und hier in Kitwe muss ich nun wieder von ganz vorn anfangen. Ich wurde freundlicherweise von Max (Entwicklungshelfer des DED) und seiner Freundin aufgenommen, war demnach nicht total allein auf mich gestellt. Ich habe mich nach meiner Ankunft auch gleich wieder in die Arbeit gestürzt und bin vielen Leuten auf die Nerven gegangen. Langsam wird auch die Regierung auf mich aufmerksam...ich weiss noch nicht, ob das was Gutes oder eher was Schlechtes ist (ich befürchtet ja eher Letzteres). Ich bin zum Mines Safety Department gegangen, um dort, wie ürblich, nach Informationen zu fragen. Dort kamen wir ziemlich schnell auf mein (nichtvorhandenes) Research Permit zu sprechen...also meine Forschungserlaubnis. Nun stehe ich im regen Kontakt mit dem permanent secretary (sowas ähnliches wie unser Staatssekretär in Deutschland) und versuche ihn zu überzeugen, dass ich nur das Beste für das Land will und er mir doch bitte die Erlaubnis ausststellen soll. Um zu vermeiden, dass ich dafür wieder zurück nach Lusaka reisen muss (7 Stunden Fahrt), faxen wir jetzt fleissig...Momentan sind alle noch sehr freundlich und zuvorkommend, ich hoffe das ist nicht nur eine Masche, alle Informationen über mich raus zu bekommen und mir dann letztendlich ein komplettes Forschungsverbot zu erteilen. Wäre irgendwie unschön...
Aber davon abgesehen hatte ich auch schon ein Erfolgserlebnis, denn für mich ist es sehr wichtig, einen bestimmten Professor zu treffen, der u.a. in diesem Bereich selber schon Forschungen angestellt hat und einer der bekanntesten Männer Zambias ist. Da er an vielen Fronten kämpft, ist er sehr beschäftigt und selten anzutreffen. Ich habe es aber drauf ankommen lassen und hatte wohl mehr Glück als Verstand und konnte ihn heute auf dem Campus der Copperbelt University abfangen (er kam gerade aus London wieder und bereitet seine Abreise nach Holland vor). Ich habe ihm mein Vorhaben erklärt und er hat sich sofort bereit erklärt, mich zu unterstützen, selbst mit dem Research Permit will er mir helfen...Großartig! Morgen früh habe ich einen Termin mit ihm, muss aber noch ein Forschungsproposal verfassen, was wohl bedeutet, dass ich eine kleine Nachtschicht einlegen werde.
So, genug von der Arbeit berichtet...aber mehr kann ich auch gar nicht sagen, denn das ist grad das Einzige, was ich tue...
Daher, euch einen guten Frühling!
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